31. Juli 2026 | Quelle: Rieser Nachrichten
Sechs Mannschaften aus dem Krater kämpfen wieder um Punkte. Vor dem ersten Spieltag haben wir Trainer und Abteilungsleiter befragt, wer oben mitspielt – und wer unten.
Schon ist sie wieder vorbei, die Sommerpause im Amateurfußball: Die Kreisliga Nord steigt am Freitag, 31. Juli, in die Saison 2026/2027 ein. Aus dem Ries spielen FSV Reimlingen, FC Maihingen, TSV Hainsfarth, TSV Oettingen, SV Holzkirchen und SC D.L.P. mit. Bei den meisten hat sich Grundlegendes geändert.
Einen großen Umbruch gab es beim TSV Hainsfarth . Der Tabellenzehnte der Vorsaison hatte mit Trainer Hans-Joachim Golder die Abstiegsrelegation gerade so vermieden, mit Dario Hertle folgt ein „alteingesessener Hainsfarther“ auf dem Trainerposten nach, wie der Abteilungsleiter Fußball Timo Haffelt sagt. Doch das ist nicht die größte Änderung, denn der TSV ist eine Spielgemeinschaft mit dem SV Westheim eingegangen. Mit dieser Fusion wollen beide Vereine laut Haffelt den Spielbetrieb auch in den nächsten Jahren gewährleisten. Nun darf man in der Kreisliga keine Spielgemeinschaft bilden, deshalb heißt die Kreisliga-Mannschaft weiterhin TSV Hainsfarth. Doch mehrere Westheimer Spieler mit Kreisliga-Potenzial haben ihren Spielerpass jetzt beim TSV und werden zum Einsatz kommen. Die Franken sind auch die einzigen Neuzugänge, Abgänge gibt es keine. Die Vorbereitung war „im Großen und Ganzen gut“, so Haffelt, man habe sich erst kennenlernen müssen. Doch mittlerweile seien die Hainsfarther und die Westheimer schon gut zusammengewachsen, und die Resonanz insgesamt sei sehr positiv. Saisonziel: Gesichertes Mittelfeld. Titelfavoriten: Maihingen und Wertingen. Abstiegskandidaten: Hoffentlich keine aus dem Ries.
Mit Spielertrainer Dominik Kohnle ist einer der erfolgreichsten Torjäger im Rieser Fußball zum Bezirksliga-Absteiger FC Maihingen gewechselt. Der Start beim FCM sei ihm nicht schwergefallen: „Ich kannte eigentlich fast alle Verantwortlichen und Spieler, das macht vieles einfacher“, so Kohnle. Warum jetzt der Wechsel? „Ich wollte als Spielertrainer immer noch mal woanders hin, ob es der richtige Zeitpunkt ist, ist immer die Frage. Maihingen hat sich richtig um mich bemüht, das war das Ausschlaggebende“, sagt der neue Coach. Mit der Vorbereitung sei er glücklich: In drei Spielen gegen Bezirksligisten habe man gut ausgesehen, gegen die drei Gegner aus der Kreisklasse sei es hingegen holprig gewesen, was aber auch an vielen Urlaubern gelegen habe, die fehlten. Die Trainingsbeteiligung sei außerdem gut. Verzichten muss Kohnle auf Jürgen Liebhard, der zum Konkurrenten SC D.L.P. gewechselt ist, und Max Steger (SV Grosselfingen). Alexander Göck wird Maihingen zudem mit einem Kreuzbandriss wohl die ganze Saison fehlen. Neben Kohnle ist Jannik Prpic (SC Wallerstein) der einzige Neuzugang. Saisonziel: Oben mitspielen. Titelfavoriten: Wertingen und Schretzheim. Abstiegskandidaten: keine Angabe.
Was macht der FSV Reimlingen ohne seine langjährige Identifikationsfigur Kohnle? Schon vergangene Saison tat man sich schwer, der Abstieg war bis zum letzten Spieltag möglich. Der neue Trainer Bernd Hager aber sieht Aufbruchstimmung: „Wir haben zwar die Führungsspieler Dominik Kohnle und Simon Lösch verloren, aber sieben Jugendspieler dazugewonnen. Die Jungs sind hoch motiviert und haben Qualität.“ Neu bei den Herren dabei sind Norwin Thum (Torwart), die Zwillinge Lars und Finn Bibl, Felix Ott, Leon Lanzenstiel, Paul Schnehle und Tobias Thum. In der Vorbereitung hatten die Reimlinger fünf Spiele, die alle gewonnen wurden. Hager hätte gerne noch eine Woche mehr Zeit gehabt, doch aus privaten Gründen konnte der FSV erst vier Wochen vor Ligastart ins Training einsteigen. „Ich denke, wir sind gut vorbereitet“, sagt der Coach dennoch. Saisonziel: Spieler weiterentwickeln, mit Abstieg nichts zu tun haben. Titelfavoriten: Maihingen, Monheim. Abstiegskandidaten: Oettingen.
Von einer schwierigen Vorbereitung berichtet Max Holzmeier, Spieler und Abteilungsleiter beim TSV Oettingen , der nach einer Saison in der Kreisklasse zurück ist. Kurzfristig mussten statt Maihingen (gleiche Liga) und Alerheim (Terminüberschneidung mit Pokalspiel) neue Gegner her, die Mannschaft kam nicht in den Rhythmus. Mittlerweile habe man sich aber gefangen, und auch mit dem neuen Trainer Maik Mokos klappe es, so Holzmeier. Die Trainingsbeteiligung sei gut, und bis auf wenige seien auch alle Spieler fit. Erst einmal nicht mehr dabei wegen Hausbau-Pause ist aber Philipp Dinkelmeier. Neu im Team der Oettinger sind Simon Käser von der U19 des TSV Nördlingen, selbst ein Oettinger, und die Jugendspieler Carlos Frenz, Marcel Benhardt, Ben Hammling und Jonas Strauß. Das macht die Mannschaft deutlich jünger, entsprechend müsse man sich erst einmal wieder etablieren, so Holzmeier. Saisonziel: Klassenerhalt. Titelfavoriten: Maihingen, Wertingen, Buchdorf. Abstiegskandidaten: keine Angabe.
Ebenfalls ein Aufsteiger ist der SC D.L.P. mit dem neuen Trainergespann Jürgen Liebhard und Thomas Ranftl. Für Liebhard ist es die erste Trainerposition – „das war schon eine Umstellung, macht aber Riesenspaß mit den Jungs“, sagt der Trainer-Neuling. Immer mehr als 20 Spieler habe er in den Trainingseinheiten, und auch die Testspiele hätten gepasst. Neben Spielertrainer Liebhard sind Peko Salcher und Bastian Stempfle vom FSV Utzwingen zur Mannschaft gestoßen, Abgänge gibt es keine. Moritz Straßner fehlt aber wohl die ganze Saison verletzt. Saisonziel: Klassenerhalt. Titelfavoriten: Schretzheim, Wertingen, Maihingen. Abstiegskandidaten: keine Angabe.
Bleibt noch der SV Holzkirchen , der mit Spielertrainer Philipp Buser so etwas wie die einzige Konstante darstellt. Schon seit 2020 ist er beim SVH. Die Vorbereitung sieht er mit gemischten Gefühlen: Trainingsbeteiligung, Intensität, Wille und Ehrgeiz hätten gepasst, aber „wir dürfen mit den Ergebnissen nicht zufrieden sein“, sagt Buser – in fünf Partien gab es einen Sieg und vier Niederlagen. Zum Team hinzu stoßen aus der eigenen A-Jugend Martin Ebert und Jonas Dürrwanger, und auch Andreas Frisch ist jetzt fest im Kader der SVH-Herren. Dazu kommt mit Omar Zaki ein Rückkehrer aus Donauried. Saisonziel: Eigengewächse weiterentwickeln. Titelfavoriten: Maihingen, Wertingen, Donaumünster. Abstiegskandidaten: keine Angabe.



